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Alben des Monats Juli
1. Portugal. The Man - In The Mountain, In The Cloud
Im Jahre 2006 fing alles an. Mit “Waiter: You Vultures!” veröffentlichten Portugal. The Man ihr aufregendes Debutalbum, das durch unzählige neue Ideen und Einflüsse zu überzeugen wusste. Diese schienen den Mannen aus Alaska auch in der Folgezeit nicht auszugehen, denn kein Jahr verging ohne ein neues Album. Und nicht eines davon kann als schlecht oder gar durchschnittlich bezeichnet werden! Mit ihrem aktuellen Album schaffen sie es aber tatsächlich, sich noch einmal selbst zu übertreffen. Ich bin begeistert!
Grad noch begeistert, jetzt zugegebenermaßen ein wenig genervt. Und das keinesfalls von Casper und seinem Album, sondern vom Hype. Und noch viel mehr von der Einstellung: „Oh, der wird mir zu sehr gehypt, also mag ich ihn nicht“. Ich bin Hypes gegenüber meist auch eher skeptisch, aber das Album von Casper gefällt. Weil es was Anderes ist und textlich und atmosphärisch zu überzeugen weiß. Ob das nun die Rettung des deutschen Hip Hop ist – keine Ahnung. Wenn man sich das neue Album von Samy Deluxe anhört, mag man zu dieser Auffassung neigen. Letzlich spielt es keine Rolle: Xoxo ist ein verdammt gutes Album, das man so schnell nicht wieder weglegt. Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger…
3. Gang Gang Dance – Eye Contact
Die Musik von Gang Gang Dance lässt sich schwer in Worten zusammenfassen. Auf ihrem fünften Album mischt die Band wieder unzählige Stile, um daraus ihren eigenen, exotisch anmutenden Sound zu entwickeln. Bereits der Album-Opener entwickelt in 11 (!) Minuten eine Atmosphäre, der man sich nicht entziehen kann. Besonders „Adult Goth“ ist ein sensationeller Song. Traumhaft schön!
4. Middleman -.Spinning Plates
Und weiter geht’s mit Musik, die sich gängigen Beschreibungen entzieht. Die Jungs von Middleman haben mich mit ihrem Debutalbum wirklich überrascht. Ich weiß auch gar nicht, wie ich deren Musik so wirklich beschreiben soll. Dahingerotzte Gitarrenmucke mit unüberhorbarem britischem Akzent, die dann plötzlich in Drum´N´Bass-Beats übergeht. Klingt merkwürdig? Ist es vielleicht auch, macht aber einfach unheimlich viel Laune…
Der Juli scheint der Monat der ungewöhnlichen Alben zu sein. Arcade Fire trifft Neurosis, Joy Division auf Kaizers Orchestra - von diesen Bands ist in vielen Rezensionen von Kellermensch die Rede. Und das nicht zu Unrecht, denn man hört sie in den Songs doch tatsächlich alle raus. Die Dänen entwickeln eine faszinierende Mischung aus den erwähnten Bands. Ich habe das Album erst vor einer knappen Woche für mich entdeckt und es wächst von Tag zu Tag. Bei weiter ansteigendem Verlauf könnte es ein Anwärter auf die JahresTop10 werden - großartig!!!
6. Handsome Furs - Sound Kapital
Auf Platz 6 folgt endlich mal wieder ein Album und eine Band, auf die man sich verlassen kann. Das ist keineswegs negativ gemeint. Fakt ist aber, dass das neue Album von Handsome Furs seinem Vorgänger ziemlich ähnlich ist, vielleicht noch ein wenig tanzbarer. Nach der Trennung von Wolf Parade scheinen die Handsome Furs ihr Augenmerk noch ein wenig mehr auf Beats und Elektrosound zu legen, was ihnen gut zu Gesicht steht.
Die Band kannte ich schon länger, ohne mich großartig damit beschäftigt zu haben. Auf dem Appletree Garden Festival habe ich die CD auf einem Labelstand von Sinnbus Records kostenlos zur erstandenen Bodi Bill-Vinyl bekommen. Und seitdem läuft sie bei mir rauf und runter. Postrock aus deutschen Landen, der auch vor Dissonanzen nicht zurück schreckt. Ein Album, das den Zuhörer herausfordert, ihn aber definitiv belohnt, wenn er sich darauf einlässt. Wirklich schade, dass sich die Band in der Zwischenzeit schon wieder aufgelöst hat.
8. Tellavision – Music on Canvas
Eine der großen Entdeckungen des absolut fabelhaften Appletree Garden Festivals 2011. Tellavision ist ein Soloprojekt. Sängerin Fee Kürten steht mit Instrumenten und Loop Station alleine auf der Bühne und entfesselt mit einfachen Mitteln einen Sound, dem man sich nicht entziehen kann. Da ich es schwierig erklären kann, poste ich hier einfach ein Live-Video von einem Auftritt im Glashaus. Unglaublich gut!
Und weiter geht’s mit Alben, die mich in diesem Monat überrascht haben. Ich hatte von The Horrors lediglich deren Debütalbum in Erinnerung, das netten, aber auch nicht unbedingt spannenden Gitarrenrock geboten hat. “Skying” dagegen ist elegisch, chillig, wavig und weiß durch verdammt eingängige Melodien zu überzeugen, die einfach hängen bleiben. Toll!
10. Frank Turner - England Keep My Bones
Ja ja, der Frank. Irgendwie mochte ich ihn immer schon, ohne dass mich seine Album jedoch komplett vom Hocker gerissen hätten. Sein aktuelles Album ist meiner Ansicht nach sein Bestes. Laut.de bezeichnet das Ganze als „Lagerfeuer-Punk“ und trifft es damit eigentlich recht gut. Vergleiche mit Against Me und Gaslight Anthem tun sich auf und sind mehr als gerechtfertigt. Manchmal vielleicht ein bißchen zu pathetisch, aber trotzdem gut.
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Alben des Monat Juni
1. When Saints Go Machine - Konkylie
Ist das nun Elektro-Pop, was die vier Dänen da auf ihrem Debütalbum treiben? Vermutlich schon, aber gleichzeitig so viel mehr als das. Insbesondere die Stimme von Nikolaj Manuel Vonsild, die vielfach mit Antony Hegarty und Bon Iver verglichen wird, zieht einen unweigerlich in ihren Bann. Live soll die Band ebenfalls großartig sein, weshalb ich mich schon sehr auf das Apple Tree Garden Festival freue. Ein umwerfendes Debütalbum, das noch lange nachwirken wird!
2. My Morning Jacket - Circuital
My Morning Jacket ist eine dieser Bands, die man irgendwie seit Ewigkeiten kennt, aber nie so wirklich wahrgenommen hat. Mit ihrem siebten Album hat sich das endgültig geändert. Circuital bietet melodiösen Rock, der mich irgendwie an eine Mischung aus Lynyrd Skynyrd und Kings of Leon erinnert. Klingt merkwürdig, ist aber einfach nur wunderschön und empfehlenswert!
Mit seinem Debüt “For Emma, forever ago” hat Bon Iver mein Herz erwärmt. Großartige Melodien und eine unbeschreibliche Stimme. Wurde das erste Album noch reduziert irgendwo in der Einsamkeit aufgenommen, sind auf dem Nachfolger mehr Einflüsse zu hören. Die neuen Songs brauchen ein wenig mehr Zeit, um sich in die Gehörgänge zu fressen. Aber einmal dort angekommen, wollen sie da nicht mehr raus. Ein veritabler Grower, der sich in den kommenden Wochen vermutlich noch weiter entfalten wird. Pflichtkauf!
4. Eddie Vedder - Ukulele Songs
Eddie Vedder und Pearl Jam sind meine musikalischen Götter. Wenn ich Vedders Stimme höre, ist alles gut. Also nur logisch, dass ich mich auch für das neue Werk begeistern kann, auch wenn es sicherlich nicht das Beste ist, was er je heraus gebracht hat. Aber es ist halt immer noch Vedder, der auf diesem Album Songs und Coverversionen mit der Ukulele performt. Die CD kommt in schöner Gestaltung mit 36-seitigem Booklet!
5. xrFARFLIGHT - Under the spell of the cyclops´view
Vor einiger Zeit wurde den beiden Hamburger Jungs die Ehre zuteil, bei Spiegel Online den Titel “Album der Woche” zu erhalten. Das erste Mal aufgefallen sind sie mir bei einem Liveauftritt vor wenigen Wochen, der mich schlicht umgehauen hat. Die Musik ist schwierig zu beschreiben, teils psychedelisch, teils 60s, teils… ach, keine Ahnung. Hört es euch an - großartig!!!
6. Black Lips - Arabia Mountain
“Arabia Mountain” ist bereits das sechste Album der Jungs aus Atlanta. Und ich muss zugeben, dass die Vorgänger komplett an mir vorbei gegangen sind. Ich befürchte, ich habe hier was verpasst, denn auf ihrem aktuellen Album spielen die Black Lips eine geradezu verführerische Mischung aus Garage, Surf und Rock´N´Roll. Erinnert teilweise an die Hives zu ihren guten Zeiten. Toll!
7. Death Cab for Cutie - Codes & Keys
Ich muss sagen, dass ich ein wenig schockiert war, als ich das Video zu “You Are A Tourist” zum ersten Mal auf GoTV gesehen habe. Sowohl vom echt grauenhaften Video als auch vom Song, den ich beim ersten Hören furchtbar fand. Auch das Album fand ich nach den ersten Durchgängen eher enttäuschend. Glücklicherweise entpuppen sich aber sämtliche Songs (auch die erste Single) als Grower, die sich dann irgendwann doch gnadenlos in deinen Gehörgängen festsetzen.
Auf das zweite Album der Band um Peter Silbermann war ich wirklich gespannt. Und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Ich habe das Album noch gar nicht so oft gehört und trotzdem hat es mich sofort für sich einnehmen können. Orgel, Klavier, Akustikgitarre und ein wenig Elektrogefrickel - hier entfalten sich wahre “Ozeane aus Sound”. Ich freu mich schon auf die kommenden Hördurchgänge.
9. Thurston Moore - Demolished Thoughts
Was soll man zu Herrn Moore noch großartig schreiben? Wer sich ein wenig mit Sonic Youth und seinen Solowerken beschäftigt hat, weiß, dass “Demolished Thoughts” kein typisches Singer-Songwriter-Album geworden ist. Das Album ist überraschend ruhig, ja teilweise gar folkig ausgefallen, weiß aber trotzdem mehr als zu überzeugen. Thurston Moore gehört offensichtlich auch zu jener seltenen Spezies, die einfach keine schlechten Songs, geschweige denn Alben, schreiben kann. Reinhören!
10. Digitalism -I Love You, Dude
Das zweite Album des Hamburger Duos fällt im Vergleich zur bisherigen Rangliste ein wenig aus der Reihe. Aber wo viel Ruhe ist, braucht es auch ein wenig Sturm und den bietet dieses Album zu Genüge. Dicke Beats, fette Bässe, ein paar eingestreute Gitarren - Digitalism verstehen ihr Handwerk nach wie vor und bleiben ihrem eigenen, auf “Idealism” entwickelten Stil treu. Ein Feature mit Strokes-Sänger Julian Casablancas ist ebenfalls auf dem Album vertreten. Gute Laune und Partystimmung garantiert!
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Alben der Monate April und Mai
Aufgrund umzugsbedingter Internetabstinenz, die sich als weitaus langfristiger heraus gestellt hat als eigentlich geplant, gab es in letzter Zeit leider keine Posts zu bestaunen. Noch nicht einmal für die Alben des Monat April hat es gereicht. Deswegen gibt es mit diesem Post die doppelte Ladung für April und Mai:
Nach fünf Jahren haben sich The Notwist und Themselves endlich wieder für ein neues Album zusammen gefunden. Nach dem ohnehin schon tollen Vorgänger, weiß “Own Your Ghost” noch mehr zu begeistern, weil ein Stück weit abwechslungsreicher. Definitv ein Anwärter auf das Album des Jahres!
2. TV on the Radio - Nine Types of Light
Was soll man zu TV on the Radio noch groß schreiben? Eine der wenigen Bands, die einfach kein schlechtes Album heraus bringen können. “Nine Type of Light” kann vermutlich als das eingängigste der New Yorker bezeichnet werden, wenn man diesen Begriff denn in Verbindung mit der Band nennen kann. Mit “Will Do” haben sie einen der tollsten Songs des Jahres geschaffen.
3. Elbow - Build a Rocket Boys!
Also irgendwie mochte ich Elbow ja schon immer, wirklich gefangen nehmen konnte mich ihre Musik aber nie. Das hat sich mit dem neuen Album grundlegend geändert. Zwar ist das Ganze recht pathetisch ausgefallen, das Songwriting und die Instrumentierung sind aber einfach grandios. Wunderschön!
4. The Head And The Heart - s/t
Eine bislang vollkommen unbekannte Band, deren Debüt des Öfteren Vergleiche mit Mumford and Sons auf sich gezogen hat. Was natürlich irgendwie gemein ist, weil deren Fußstapfen zu füllen ist vermutlich nicht möglich. Trotzdem weiß auch der Folkpop der Band aus Seattle mehr als zu überzeugen, ja, sogar zu begeistern.
Wild Beasts gehören zu jenen Bands, die man entweder nicht ausstehen kann oder absolut großartig findet, was in erster Linie an Hayden Thorpes (zugegebenermaßen recht gewöhnungsbedürftigen) Stimme liegt. Ich zähle mich definitiv zur zweiten Kategorie. Ein Album, dass einen atmosphärisch in den Bann zieht.
6. Fleet Foxes - Helplessness Blues
Ich muss zugeben, dass ich mich für das erste Album der Fleet Foxes (trotz aller Lobeshymnen, die fast schon in einen Hype ausarteten) nie so wirklich begeistern konnte. Vielleicht sollte ich dem selbst betitelten Debüt aber noch mal eine Chance geben, denn “Helplessness Blues” konnte mich auf Anhieb begeistern. Und tut es das auch nach zahllosen Hördurchgängen noch. Einfach unwiderstehlicher Folkpop!
7. Metronomy - The English Riviera
Metronomy machen die perfekte Musik für diese Jahreszeit. Ganz anders als auf dem Vorgänger überzeugen die Franzosen mit tollen Elektromelodien. Wie gemacht für gemütliche Abende auf dem Balkon, wo im Hintergrund die Sonne untergeht. Traumhaft!
8. Okkervil River - I Am Very Far
Wenn ich mich gerade nicht täusche, steht von Okkervil River jedes Album in meinem Regal. Logisch also, dass ich dem neuen Album mit Spannung entgegen gesehen habe. Und ich wurde nicht enttäuscht, denn offensichtlich können die Mannen um Will Sheff ebenfalls kein schlechtes Album heraus bringen. Streicher, Bläser, Orchester und zahllose Gastmusiker - Okkervil River haben mal wieder groß aufgefahren. Unbedingt reinhören!
Manchmal ist es schon seltsam. Der Name Destroyer ist mir seit Ewigkeiten bekannt und trotzdem habe ich keinem der acht Alben vor “Kaputt” große Aufmerksamkeit geschenkt. Und das definitiv zu Unrecht! Vielleicht, weil ich mit dem Namen stets merkwürdigen Industrialrock in Verbindung gebracht habe. Aber “Kaputt” ist lyrisch, ruhig, melancholisch. Ich vermute, ich muss auch mal in die Vorgänger reinhören…
10. Foo Fighters - Wasting Lights
Über die Nennung der Foo Fighters wundere ich mich selber ein wenig. Seit dem Debütalbum, das mittlerweile auch schon eine Weile zurück liegt, konnte mich kein Album der Band mehr wirklich fesseln. Ein paar Songs waren ganz nett, mehr aber auch nicht. Mit “Wasting Lights” gehen die Foo Fighters wieder back to the roots - kompromisslos und rockig. Vermutlich die positive Überraschung des Jahres!
Da die Bestenliste der letzten beiden Monate ja eigentlich 20 Alben umfassen müsste, liste ich an dieser Stelle noch ein paar Alben auf, die in den vergangenen Wochen regelmäßig durch meine Gehörgänge rotiert sind:
Bill Callahan - Apocalypse; The Kills - Blood Pressures; Maritime - Human Hearts; Timber Timbre - Creep On Creepin´ On; Death Letters - Post-Historic; Explosions In The Sky - Take Care, Take Care, Take Care; Crystal Fighters - Star of Love; Caro Emerald - Deleted Scenes from the Cutting Room Floor; Friska Viljor - The Beginning of the Beginning of the End; Gabby Young & Other Animals; Planningtorock - W; 31 Knots - Trump Harm; Howe Gelb - Alegrias; Blackmail - Anima Now!; Smith Westerns - Dye it blonde; Dredg - Chuckles & Mr. Squeezy; The Mountain Goats - All eternals deck
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Pharoahe Monch - Clap (One Day)
Zur Unterstützung der Organisation mit dem elendig langen Namen “the oct 22nd coalition to stop police brutality, repression and criminalization of a generation” hat Pharoahe Monch einen Kurzfilm von zehn Minuten Länge produziert. Unterlegt wird das Ganze mit seinem Song “Clap (One Day)”. Ein beeindruckender Streifen! Aber auch das aktuelle Album W.A.R. (We Are Renegades) ist jedem, der sich auch nur ansatzweise für Hip Hop begeistern kann, wärmstens ans Herz zu legen.
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Okkervil River - Wake and Be Fine
Die erste Singleauskopplung des kommenden Albums “I Am Very Far”, das am 6. Mai erscheinen wird. Nachdem schon die beiden Vorgänger den Weg in mein Plattenregal gefunden haben, lässt die Single auf ein erneut tolles Album der Band aus Austin hoffen. Der Song will einfach nicht mehr aus dem Ohr gehen und ist definitiv einer meiner Favoriten derzeit…
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Alben des Monat März
1. Hans Unstern - Kratz dich raus
Ja, ich weiß, dass das Album bereits im vergangenen Frühjahr erschienen ist, doch irgendwie ist es komplett an mir vorbei gegangen. Erst durch den jüngsten Ratschlag einer Freundin bin ich auf dieses Meisterwerk aufmerksam geworden, das im vergangenen Jahr sicherlich eine Chance gehabt hätte, in meiner Liste der zehn besten Alben zu erscheinen. Experimentell und so wunderschön dissonant - unbedingt anhören!
2. J. Mascis - Several Shades of Why
Quasi das eigentliche Album des Monats März. Nach dem Comeback von Dinosaur Jr. mit zwei Alben in den vergangenen vier Jahren kehrt J. Mascis jetzt auch solo zurück. Und das mit einem großen Ausrufezeichen. “Several Shades of Why” ist ein äußerst reduziertes und zurückhaltendes Album, auf dem Mascis nur durch ein paar Freunde unterstützt wird. Quengelig, sanftmütig, großartig!
Sinnbus Records schlägt wieder zu. Nach den tollen Seidenmatt, Ter Haar oder I Might Be Wrong versuchen Bodi Bill sich mit ihrem dritten Album ihren Platz auf der musikalischen Landkarte Deutschlands zu erobern. Und das sollte gelingen. „What?“ überzeugt durch melancholischen Elektro, der durchaus auch aus Weilheim stammen könnte. Ihr mit Abstand bestes Album!
Walter Schreifels. Muss man noch mehr dazu sagen? Nach zehn Jahren melden sich Rival Schools mit ihrem zweiten Album zurück. Okay, im Endeffekt ist das nicht mehr als straighter Indierock, aber Rival Schools schaffen es wieder einmal mit tollen Melodien und einer Menge Energie zu überzeugen. Herausragend!
5. Kurt Vile – Smoke ring for my halo
Alleine der Albumtitel verdient eine Aufnahme in die Platten des Monats. Aber nicht nur das, mit seinem mittlerweile vierten Album hat Kurt Vile ein kleines Meisterwerk des Singer-Songwritings geschaffen. Die Songs sind auf ihre ganz eigene Weise verschroben und schrammelig. Auch textlich herausragend, wenngleich eher düster…
6. The Rural Alberta Advantage – Departing
Das Debütalbum „Hometowns“ zählte 2010 zu meinen Alben des Jahres. Da dieses erst verspätet in Deutschland erhältlich war, steht bereits der Nachfolger in den Plattenläden. Und auch der weiß mit seiner Mischung aus Folk und Indierock mehr als zu überzeugen, insbesondere durch die markante Stimme von Sänger Nils Edenloff. Leider konnte ich das Album noch nicht allzu oft hören, aber ich freue mich bereits jetzt auf weitere Hörzugänge und bin gespannt, ob es auch dieses Jahr wieder zu den besten Alben von 2011 zählen wird.
7. Nils Frahm & Anne Müller – 7 Fingers
Der Komponist Nils Frahm ist vielen bereits durch die Zusammenarbeit mit diversen Künstlern bekannt. Auf „7 Fingers“ kollaboriert er mit der Berliner Cellistin Anne Müller. Beide schaffen eine faszinierende Welt aus Elektronik und Klassik. Schlicht betörend und wunderschön.
8. Home Video – The Automatic Process
Die neuen Radiohead? Okay, der Vergleich ist irgendwie unfair, aber nahe liegend, weil Home Video klingen teils unverwechselbar nach den Mannen um Thom Yorke. Natürlich kommen sie in Sachen Songwriting nicht an die großen Vorbilder heran, dennoch schaffen sie auf „The Automatic Process“ tolle Melodien, die im Ohr hängen bleiben. Einfach mal reinhören!
Schon den Vorgänger „Spring Tides“ mochte ich ziemlich gerne. Dessen Qualität wird aber durch das dritte Album der Schweden noch getoppt. Zwar ist die neue Scheibe nicht mehr wirklich dem Progrock-Genre zuzuordnen, dazu fällt sie einfach zu ruhig und melodiös aus. Aber auch das weiß durch das Zusammenspiel von Streichern, Glockenspiel und teilweise auch Bläsern mehr als zu gefallen. Träumerisch und überzeugend!
Zum Abschluss dann tatsächlich eine Runde Progrock. „Helioscope“ ist das zweite Album der Briten, die oft mit Explosions in the Sky, Mogwai oder auch Oceansize verglichen werden, für die sie auf der letzten Tour den Support übernehmen durften. Das sind große Fußstapfen, die Vessels aber mit ihrer Mischung aus Melancholie und Härte durchaus zu füllen vermögen. Ich bin auf die weitere Entwicklung der Band gespannt.
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SXSW 2011: Bright Eyes, Live In Concert : NPR
Das South by Southwest-Festival (SXSW) in Austin ist zwar mittlerweile vorbei, dennoch möchte ich euch diesen Auftritt nicht vorenthalten: Bright Eyes spielten ein knapp zweistündiges Konzert, auf dem sie nicht nur Songs vom aktuellen Album “The People´s Key” präsentierten, sondern auch zahlreiche “alte” Songs. Ein Muss für jeden Fan! Auf der Webseite von National Public Radio gibt es das Ganze als Stream oder als Mp3-Download…
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SXSW 2011 Free Songs
Das SXSW (South by Southwest-Festival) in Austin ist grad im vollen Gange. Eine knappe Woche werden Musik und Filme an den unterschiedlichsten Spielstätten geboten. Für das musikalische Programm stehen mehr als 50 Bühnen zur Verfügung, auf denen sich unzählige Bands die Klinke in die Hand geben. Spinner.ca hat aus gegebenem Anlass einen Mp3-Sampler mit mehr als 200 Songs von auftretenden Bands zusammengestellt und auf der Webseite in vier zip-Dateien zum Download bereit gestellt. Vielen Dank dafür!
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Die besten Alben des Februar
1. And You Will Know Us By The Trail Of Dead - Tao Of The Dead
Es gibt vermutlich nur wenige Bands, die Album für Album durch ein derart hohes Niveau überzeugen. Das ist auch auf Album Nummer sieben nicht anders. Erneut findet sich nicht ein schlechter Song, im Gegenteil, nach und nach entfaltet sich hier ein absolutes Meisterwerk des Progrocks. Ihr solltet euch “Tao Of The Dead” übrigens unbedingt in der limitierten 2CD-Mediabook-Edition zulegen - inklusive 48-seitigem Booklet mit 16-seitigem handgezeichnetem Comic und Kurzgeschichte von Conrad Keely!!!
2. Radiohead - The King of Limbs
Im Februar ging ein großer Aufschrei durch die Bloggerszene als Radiohead ihr neues Album ankündigten. Zwar erscheint dieses erst am 25.3., doch die ganz Ungeduldigen wie ich haben bei der Vorbestellung einen Downloadcode bekommen. Und was soll man sagen: Was für Trail Of Dead gilt, gilt auch für Radiohead - schlechte Songs gibt es nicht! Ob das Album nun besser ist als die Vorgänger oder nicht, müssen weitere Hördurchgänge zeigen. Denn Radiohead wollen gehört werden, nicht nur einmal, zweimal, sondern dutzendfach…
3. PJ Harvey - Let England Shake
Auf Platz 3 folgt der nächste große Name. Auch PJ Harvey meldet sich mit einem neuen Album zurück, und was für einem! “Let England Shake” ist untypisch politisch und eine anklagende Abrechnung mit der Rolle ihres Heimatlandes als Kriegsteilnehmer. Schlichtweg beeindruckend!
4. Bored Man Overboard - Rogue
Zur Abwechslung mal eine unbekannte Band, mit ihrem Debutalbum noch dazu. Doch das weiß durchaus zu beeindrucken, auch wenn die Band sich vermutlich ständig Vergleiche mit The National anhören muss. Doch diesen brauchen die jungen Schweden absolut nicht zu scheuen. Schön, atmosphärisch, melancholisch…
Und die nächste “große” Band. Mit den alten Sachen der Beatsteaks hat diese Scheibe nichts mehr zu tun. Auf “Boombox” versuchen sich die Berliner Jungs ein wenig neu zu erfinden bzw. weiterzuentwickeln. Das gelingt ihnen zu großen Teilen ziemlich gut, nur leider sind auch ein paar Ausreißer nach unten dabei…
6. Nicolas Jaar - Space Is Only Noise
Die Musik des gebürtigen Chilenen ist schwierig einzuordnen. Irgendwie elektronisch, aber nicht wirklich für die Tanzfläche. In der Groove wurde das Album vermutlich nicht ganz unpassend als “Kopfhörertanzmusik” bezeichnet. Traumhaft wäre eine Bezeichnung, die ebenfalls passen würde…
Zugegeben, das, was die jungen Engländer da auf ihrem Album abliefern, ist nicht besonders originell, weil alles schon mal da gewesen. Yuck klingen nach einer Mischung aus Pavement, Sonic Youth, Dinosaur Jr. und Lush. Und das kriegen sie ziemlich gut hin!
8. Mogwai - Hardcore will never die, but you will
Für den Albumtitel bekommen die Schotten schon mal einen Extrapunkt überwiesen. Abgesehen davon wissen Mogwai auch musikalisch wieder mehr als zu überzeugen. So muss sich Post-Rock anhören. Monumental!
Der Titletrack hat sich schon seit Wochen tief in meinen Gehörgängen eingenistet. Zu meiner Erleichterung weiß auch der Rest des mittlerweile dritten Albums des Duos aus Baltimore zu überzeugen. Mal laut, mal leise, mit Anleihen im Folk oder Shoegaze - einfach wunderschön!
10. Bright Eyes - The People´s Key
Na endlich! Ich muss zugeben, dass “Lifted or the story is in the foil” und “I´m wide awake, it´s morning” nach wie vor zu meinen absoluten Lieblingsalben gehören. Leider hat es Conor Oberst danach nicht mehr geschafft an seine Meisterwerke anzuschließen. Mit seinem aktuellen Album beweist er, dass er es noch kann. Ein vielseitiges, fast opulentes Album. Sehr überzeugend, nicht mehr, aber eben auch nicht weniger. Welcome back, Conor Oberst!
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Mumford & Sons mit neuem Song!!!
Ja, ihr habt richtig gelesen, Mumford & Sons haben der Öffentlichkeit zum ersten Mal einen neuen, sogar noch unbetitelten Song vorgespielt. Anlass war die Grammy Pre-Party im Clive Davis Theater. Und eines steht jetzt schon fest: Allein dieser Song lässt die Vorfreude auf das neue Album in schier unermessliche Höhen schießen. Wer die komplette Performance aus 5 Songs sehen möchte, kann dies auf der Webseite von KROQ-Radio tun.